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Wohnung renovieren Tipps und Tricks

Wohnung renovieren – Das darfst du als Mieter

Du bist in eine Wohnung gezogen, diese entspricht aber nicht ganz dem neuesten Standart? Die Fliesen im Bad sind alt und auch der Balkon könnte einen neuen Anstrich gebrauchen? Aber was genau darfst du in der Wohnung verändern und wo droht eventuell sogar Ärger mit dem Vermieter? Bei einer Renovierung, bzw. Veränderung in der Wohnung stehen sich zwei Interessen gegenüber: Du als Mieter, der seinen Lebensraum frei gestalten möchte und der Vermieter, der sein Eigentum natürlich erhalten will.

Allgemeines

Selbstverständlich ist, dass du nichts machst, was andere Mieter beeinträchtigt oder den Hausfrieden stören könnte. Zudem sollte die Wohnung am Ende in den Ausgangszustand zurückversetzt werden können, damit es bei der Übernahme keine Probleme gibt.

Kleine Renovierungsarbeiten

Renovierungsarbeiten - das gilt es zu beachten

Wenn du deine Wohnung renovieren oder umgestalten willst, stellen kleine Renovierungsarbeiten in der Regel keine Probleme dar. Wenn du also die Wände streichen oder eine neue Tapete anbringen möchtest, musst du hier deinen Vermieter nicht extra um Erlaubnis fragen.

Auch, wenn es darum geht, neue Farbe an die Wände zu bringen oder Fenster und Türen zu lackieren, musst du dir hier nicht das Einverständnis abholen. Was die Farben angeht, hast du während deiner Mietzeit selbst die Qual der Wahl – hier kannst du völlig frei entscheiden. Allerdings lohnt es sich, eine Farbe zu wählen, die du am Tag deines Auszugs leicht überstreichen kannst, bevor am Ende noch etwas durchschimmert oder du mehrmals überstreichen musst.

Das Anbringen von zusätzlichen Steckdosen oder das Aushängen der ein oder anderen Zimmertür ist erlaubt  – wenn du bei deinem Einzug wieder alles in den Ausgangszustand zurückversetzt.

Wenn vorher keine Küche vorhanden war, so hast du selbstverständlich die Freiheit, eine anzuschaffen und einzubauen. Die meisten Nachmieter übernehmen diese sicher auch gerne.

Wohnung renovieren – was darf ich als Mieter?

Wenn du deine Wohnung renovieren oder verändern willst, solltest du vorher deinen Vermieter kontaktieren. Dies gilt vor allem bei folgenden Dingen:

Wann solltest du den Vermieter kontaktieren?

  • Einbau von Sanitäreinlagen
  • Einziehen von Zwischenwänden
  • Abreißen von Trennwänden
  • Abhängen von Decken
  • Installation einer Satellitenschüssel
  • Einsetzen von Isolierverglasungen
  • Fliesenarbeiten (Küche oder Bad)

Wenn dein Vermieter hier nicht zustimmt, dann darfst du die Arbeiten auch nicht durchführen. Solltest du das trotzdem tun, kann dein Vermieter verlangen, dass du die Wohnung wieder in den Grundzustand zurückversetzt. Im schlimmsten Fall droht dir sogar die fristlose Kündigung, hier ist also Vorsicht geboten.

Wenn dein Vermieter der Renovierung zustimmt

Vermieter und Mieter sollten vorher Vereinbarungen treffen

Stimmt dein Vermieter zu, dass du deine Wohnung renovieren darfst, sollten auch hier genaue Absprachen getroffen werden. Halte die Vereinbarungen, die ihr trefft, am besten schriftlich fest – eine mündliche Zusage ist nicht besonders sicher. Gerade der genaue Umfang der Arbeiten und die dadurch entstehenden Kosten sollte von beiden Seiten genau festgehalten werden. Eventuell kann sich dein Vermieter auch an den Kosten beteiligen – wenn du durch die Renovierung den Wert der Wohnung erhöhst.

Zudem sollte vertraglich geregelt werden, dass du bei deinem Auszug eine Abstandszahlung verlangen darfst – so gehen deine Investitionen nicht verloren. Hol dir am besten mehr als einen Kostenvoranschlag und lege diese deinem Vermieter vor.

Achtung: Auch, wenn es sich nur um kleine Arbeiten, wie z.B. das Streichen von Fensterrahmen handelt, kann dein Vermieter verlangen, dass diese professionell ausgeführt werden. Gerade bei größeren Arbeiten, wie der Erneuerung von Fliesen ist ein Fachmann eher angebracht, allerdings auch erst nach Absprache mit dem Vermieter.

Mieter mit Handicap

Für Mieter mit Handicap gelten meist Ausnahmen. Wenn du ein Handicap haben solltest, so hast du Anspruch auf einige Umbauten – aber Vorsicht: Auch diese solltest du natürlich vorher mit deinem Vermieter absprechen.

Es steht dir zu, eine Rampe ins Treppenhaus zu kriegen, Schalter und Briefkasten auf angemessener Höhe, Entfernung von “Stolperfallen” wie Türschwellen etc. und breitere Türen. Auch eine ebenerdige Dusche und ein Waschbecken, welches sich absenken lässt, sind angemessen.

Tipps und Tricks

Auch bei kleineren Renovierungen in deiner Wohnung gibt es ein paar Tipps und Tricks, wie du dir helfen und eine umfangreiche Renovierung vermeiden kannst.

Wenn du deine Wohnung zum Beispiel streichen willst, lohnt es sich, keine zu dunklen Farben zu nehmen, die sich nur schwer überstreichen lassen oder keine Tapete mit wilden Mustern zu wählen. Manchmal lohnt es sich auch, selbst einen Nachmieter zu suchen und mit diesem eine Übereinkunft zu treffen. Vielleicht gefällt deinem Nachmieter ja die eigens angebrachte Tapete und er will sie gleich übernehmen. Das Gleiche gilt natürlich für neue Fliesen oder die Einbauküche.

Achtung: Wenn du die Fliesen im Bad mit Fliesenlack überarbeiten willst, sprich dies vorher mit deinem Vermieter ab – der Lack lässt sich nämlich nicht entfernen!

Tipp: Wenn du z.B. Handtuchhalter im Badezimmer anbringen willst, solltest du die Dübel in die Fugen zwischen die Fliesen setzen und nicht direkt darauf. Die Löcher lassen sich beim Auszug leicht wieder verschließen.

 

Einige Dinge lassen sich auch ganz ohne Bohren anbringen, z.B. mit bestimmten Klebern. Teilweise reicht auch schon doppelseitiges Klebeband.

Fazit

Wenn du die Wohnung am Ende in den Grundzustand zurückversetzen kannst, dürfte dein Vermieter keine Einwände haben. Alles, was keine baulichen Veränderungen mit sich bringt, darfst du auch ohne Zustimmung verändern. Im Grunde darfst du alles verändern, was nicht fest in der Wohnung verbaut ist. Stehen größere Veränderungen an, sprich vorher mit deinem Vermieter und hol dir seine Zustimmung, um eventuellen Ärger zu vermeiden.

Raymond Naseem

Raymond Naseem

Co-Founder, Housy GmbH

Sebastian Melchert

Sebastian Melchert

Co-Founder, Housy GmbH