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Erfahre hier, was du tun kannst bei einer Kündigung durch den Vermieter

Kündigung durch Vermieter – das kannst du tun

Viele Mietverträge werden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das Mietverhältnis gilt also so lange, bis Mieter oder Vermieter kündigt. Doch manchmal kommt die Kündigung für dich als Mieter doch überraschend ins Haus geflattert. Aber keine Sorge: Du stehst nicht sofort auf der Straße. Dochunter welchen Umständen ist eine Kündigung rechtens? Unter welchen Umständen darf dein Vermieter dir kündigen?

Allgemeines

Generell bist du als Mieter gut vor einer Kündigung durch Vermieter geschützt. Ein Vermieter darf nur unter bestimmten Angaben und aus bestimmten Gründen eine Kündigung aussprechen.

Kündigung durch Vermieter – Fristen und Formalien

Wenn dein Vermieter dir kündigen will, muss er natürlich einen Grund angeben, sonst hat diese nämlich keine Wirkung.

Achtung: Handelt es sich um eine Einliegerwohnung, kann dein Vermieter auch ohne Angabe von Gründen kündigen.

Auch ist es selbstverständlich, dass du nicht sofort die Wohnung verlassen musst und am Ende auf der Straße stehst. Unter besonderen Umständen hast du auch die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, z.B. aus besonderen Härtegründen.
In der Regel gilt aber die gesetzliche Frist von drei Monaten.

Auch muss die Kündigung schriftlich als Brief erfolgen, eine mündliche Kündigung z.B. am Telefon oder gar als SMS oder per WhatsApp hat keine Gültigkeit.

Ihr seid eine WG oder du lebst mit deinem Partner zusammen? Dann muss sich die Kündigung an alle im Vertrag stehenden Personen richten. Zudem muss dir dein Vermieter in dem Schreiben eine realistische Frist setzen. Diese hängen von der jeweiligen Mietdauer ab.

Generell gelten folgende Fristen:

5 Jahre oder weniger = 3 Monate
5-8 Jahre                         = 6 Monate
Mehr als 8 Jahre          = 9 Monate

 

Abweichende Fristen

Doch wie immer gibt es auch hier immer wieder Ausnahmefälle, in denen natürlich andere Fristen gelten. Diese können beispielsweise schon im Mietvertrag vereinbart sein. Kürzere Kündigungsfristen sind allerdings nicht erlaubt. Kurz gesagt: Erlaubt sind nur abweichende Fristen, die für dich als Mieter von Vorteil sind.

Bei Zeitmietverträgen ist eine Kündigung nur in Ausnahmefällen möglich.

Du willst mehr zu besonderen Mietverträgen wissen? Lies unseren Beitrag zum Thema Staffelmiete und Wohnen auf Zeit!

Fristlose Kündigung

Es kommt selten vor, doch manchmal haben auch Vermieter keine andere Wahl, als eine fristlose Kündigung auszusprechen. Eine fristlose Kündigung ist nur möglich, wenn du als Mieter erhebliche oder schwerwiegende Vertragsverletzungen begangen hast. Ein Grund dafür können Mietschulden sein. Wenn ein Mieter zwei Monate hintereinander keine Miete zahlt, so hat ein Vermieter das Recht zur fristlosen Kündigung. Wenn du in der Lage sein solltest, dann suche am besten vorher schon das Gespräch mit deinem Vermieter, bevor es zur Kündigung kommt.

Du hast Mietschulden oder weißt schon, dass es nächsten Monat knapp werden könnte? Dann lies unseren Beitrag Mietschulden – das kannst du tun!

Kündigung durch den Vermieter – Gründe

Zu den Formalien gehört auch, dass der Grund der Kündigung im Schreiben genannt werden muss. Dafür gibt es einige:

Kündigung wegen Eigenbedarf

Wenn dein Vermieter selbst Bedarf an deiner Wohnung hat, so ist dies rechtens. Eigenbedarf gilt nicht nur für deinen Vermieter selbst, sondern auch für seine Familie oder auch Haushaltsangehörigen. Wenn z.B. eins seiner Kinder in die Wohnung will, so ist dies ein berechtigter Grund.

Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen

Eine Kündigung um die Miete zu erhöhen ist nicht gültig. Was allerdings rechtens ist, ist die sogenannte “Verwertungskündigung” – dies bedeutet, dass dein Vermieter durch die Weitervermietung Nachteile erfahren würde. Dies gilt zum Beispiel, wenn das Haus, in dem du wohnst, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll.

Kündigung durch Vermieter – Das kannst du tun

Was kannst du gegen eine Kündigung tun? Kündigung durch Vermieter: Gegenmaßnahmen

Widerspruch einlegen

Wenn eine Kündigung ins Haus kam und du Zweifel hast, kann es sich lohnen, einen Anwalt aufzusuchen. Alternativ kannst du auch das Gespräch mit deinem Vermieter suchen und Widerspruch einlegen. Dieser muss, genau wie die Kündigung, schriftlich erfolgen. Allerdings musst du keine Begründung vorlegen. Der Widerspruch muss mindestens zwei Monate vor der Beendigung des Mietverhältnisses bei deinem Vermieter vorliegen.

Widerspruch aus Härtegründen

Als Mieter hast du die Möglichkeit, Widerspruch aus besonderen Härtegründen einzulegen – diese sind zahlreich:

Dazu gehören

  • Schwere Krankheit oder Gebrechlichkeit
  • Hohes Alter
  • Geringes Einkommen
  • Schwangerschaft oder Kinder
  • Bevorstehendes Examen
  • Schwierigkeiten einen passenden Ersatz zu finden
  • Schwierigkeiten bei Umschulung oder Kindergartenwechsel

Im Anschluss wird geprüft, ob deine vorgelegten Gründe schwerer wiegen als die deines Vermieters. Bekommst du recht, so kann das Mietverhältnis um ein paar Monate, aber auch auf unbestimmte Zeit verlängert werden.

Fazit

Wenn die Kündigung überraschend kommt, sollte dein erster Schritt die Kommunikation mit deinem Vermieter sein. Gerade wenn das Mietverhältnis schon länger besteht, lässt sich sicher eine Lösung finden, die für beide Parteien zufriedenstellend ist.

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Raymond Naseem

Raymond Naseem

Co-Founder, Housy GmbH

Sebastian Melchert

Sebastian Melchert

Co-Founder, Housy GmbH