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Abstand und Ablöse - Was ist erlaubt?

Abstand und Ablöse – was ist erlaubt?

Stell dir vor, du bist auf Wohnungssuche und hast ein scheinbar perfektes Angebot gefunden. Die Lage passt, es ist ausreichend Platz vorhanden und auch der Mietpreis liegt noch im Rahmen. Doch dann verlangt der Vormieter eine Abstandszahlung oder eine Ablöse. Wo genau liegt da der Unterschied? Und was ist dabei rechtens und was nicht?

Unterscheidung von Abstand und Ablöse

Ablöse

Abstand und Ablöse- Was ist erlaubt?

Zwischen Abstand und Ablöse gibt es nicht nur einen Unterschied. Eine Ablöse werden immer für Gegenstände oder in der Wohnung gelassene Möbel gezahlt. Diese können fast vollkommen frei vereinbart werden, müssen sich aber in einem realistischen Rahmen befinden. Dies gilt vor allem, wenn dein Vormieter wertsteigernde Maßnahmen vorgenommen hat. Wenn du finanziell in deine Wohnung investiert hast, steht dir selbstverständlich eine finanzielle Entschädigung zu – von deinem Vermieter. Der Wert der Wohnung muss aber nachweislich gesteigert worden sein, z.B. durch eine Renovierung des Badezimmers. Eine Ablöse dieser Art darfst du allerdings nicht dem Nachmieter in Rechnung stellen.

Abstandszahlung

Bei einer Abstandszahlung handelt es sich um einen Geldbetrag, den du zahlen sollst, weil dein Vormieter die Wohnung verlässt. Abstandszahlungen sind in der Regel unzulässig. Kein Vormieter darf von dir verlangen, dass du Geld zahlst, damit du früher in die Wohnung kannst, bzw. damit er früher aus dem Vertrag rauskommt.  

Beispiel: Anzeigen wie: “Suche ab sofort einen Nachmieter – zahle 5000€ und die Wohnung gehört dir!” gehören definitiv zur Sorte der unseriösen Anzeigen.

Solche soganannten “Auszugsprämien” darf weder dein Ver- noch dein Vormieter von dir verlangen.

Aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Als Vormieter hast du das Recht, dir den Umzug vom Nachmieter zahlen zu lassen. Dies gilt, wenn du als Vormieter die Wohnung vor Ablauf des Mietvertrags verlässt. Wie immer musst du auch hier ehrlich sein und nur die tatsächlichen Umzugskosten angeben. Deshalb solltest du diese möglichst eindeutig belegen und nachweisen. Wenn du ein Umzugsunternemen nutzt, ist dies besonders einfach: Zeig deinem Nachmieter einfach die Kostenaufstellung. Im schlimmsten Fall hast du das Recht, dein Geld zurück zu verlangen.

Ebenfalls unseriös sind Fake-Inserate. Hier liest du nach, wie du diese erkennst und was du am besten tust, wenn du auf eins gestoßen bist! 

Ablöse – was gibt es zu beachten?

Wenn dein Vormieter aber Geld für da gelassene Möbel oder die Küche haben will, so kann er dir dies in Rechnung stellen. Hier müssen Preis und Leistung aber zueinander passen.

Ein Beispiel: Du verlangst für deine 3000€ Küche eine Ablöse von 2000€. Wenn die Küche durch Abnutzung nur noch ca. 1000€ wert ist, so kann dein Nachmieter 1000€ von dir zurück verlangen.
 Der Preis des übernommenen Mobiliars darf nicht mehr als 50% über seinem eigentlichen Wert liegen.

Außerdem sollte solch eine Vereinbarung immer mit dem Einverständnis deines Vermieters einhergehen. Außerdem muss diese Vereinbarung schriftlich erfolgen, wenn du auf der sicheren Seite sein möchtest. Pflicht ist dies aber nicht. Übernimmst du eine Küche? Dann überprüfe im Voraus, ob wirklich alles funktioniert, bevor du am Ende eine böse Überraschung erlebst. War die Wohnung von Vornherein möbliert, so ist es nicht rechtens, eine Ablöse zu verlangen.

Vorsicht: Hole dir vorher das Einverständnis deines Vermieters, dass du die Möbel in der Wohnung lassen darfst. Der muss nämlich damit einverstanden sein. Auch kannst du als Nachmieter nicht gezwungen werden, Küche oder sonstige Möbel zu übernehmen.

Letztendlich handelt es sich bei einer Ablöse um nichts anderes, als um einen Kaufvertrag. Es ist auch hilfreich, wenn ihr sämtliche Gegenstände penibel auflistet. So behalten beide Parteien den Überblick, was genau in der Wohnung bleibt und wie viel dafür bezahlt werden muss.

Ein Muster für die Ablöse findest du hier.

Ablöse – Vor- und Nachteile

Ein großer Vorteil besteht natürlich darin, dass die passenden Möbel schon in der Wohnung sind. So musst du dich nicht darum kümmern, einen genau angepassten Schrank oder die richtige Kommode zu finden. Ein Nachteil kann natürlich sein, dass du eine zu hohe Summe zahlen sollst. Hier ist es sicher hilfreich, sich wirklich genau den Zustand der Möbel anzusehen, vor allem wenn es sich um Elektrogeräte handelt.

Falls dir das passiert sein sollte, hast du jedes Recht, das Geld zurück zu verlangen. Auch besteht selbstverständlich keine Pflicht, dass du die Möbel übernimmst. Sag also nicht “ja”, nur weil du die Wohnung unbedingt willst und dir so höhere Chancen ausrechnest.

Geld für Wohnungsvermittlung

Es geht aber auch andersrum: Viele Suchende sind nach Monaten so verzweifelt, dass die teilweise sehr hohe Summen für eine erfolgreiche Vermittlung bezahlen. Aber auch einige Makler verlangen eine sogenannte “Vermittlungsprovision”. Als Suchender solltest du nicht nur bei Abstand und Ablöse vorsichtig sein. Diese Vermittlung durch einen Makler darf dich nicht mehr als zwei Monatsmieten kosten. Zudem ist diese Provision erst fällig, wenn die Wohnung erfolgreich vermittelt wurde. Bei der Vermittlung einer Sozialwohnung ist dies allerdings nicht rechtens. Auch, wenn im Exposé falsche Erwartungen geweckt wurden, Auch, wenn das Mietverhältnis lediglich verlängert wird, ist eine Provision nicht zulässig.

Fazit

Abstand und Ablöse sind zwei komplett verschiedene Dinge. Verlangt ein Vormieter eine Abstandszahlung, solltest du dich davon distanzieren oder das Angebot ggf. sogar melden. Gerade in Zeiten von Wohnraummangel nutzen einige die Not leider oft aus. Bei Housy findet dich allerdings die richtige Wohnung – ohne Provision und garantiert seriös.

Raymond Naseem

Raymond Naseem

Co-Founder, Housy GmbH

Sebastian Melchert

Sebastian Melchert

Co-Founder, Housy GmbH